

Ständige Pflege und grosse finanzielle Risiken
Die empfindliche Pinctada-Muschel benötigt unablässige Pflege durch die Perlenfarmer, welche grosse finanzielle Risiken auf sich nehmen, um die Muscheln für die Perlenzucht zu kultivieren. Die Atolle des ausgedehnten Tuamotu-Archipels bestehen aus Korallenkronen, welche auf den Gipfeln von Vulkanen wachsen, die vor Millionen Jahren erloschen sind.
Korallen sind eine lebende Struktur, die durch die Erosion zu Staub zerfällt und sich gleichzeitig erneuert. Die Atolle sind ein ökologisches Phänomen, beziehen sie doch ihre Nahrungssubstanzen aus dem tiefen kalten Wasser, das reich an Mineralsalzen ist, während die Korallenkrone dank Photosynthese unter tropischer Sonne wächst und sich ausbreitet.
In diesem Umfeld finden die Perlmuscheln ideale Verhältnisse für ihr Wachstum. Der Prozess der Aufzucht einer Perlmuschel ist lang und erfordert grosse Sorgfalt, denn die Art ist sehr empfindlich. Die Perlfarmer Französisch Polynesiens überwachen die schwarzlippige Muschel unablässig, so wie Eltern ihre heranwachsenden Kinder liebevoll beschützen und umsorgen. Droht stürmisches Wetter, taucht der Perlfarmer die Perlmuscheln tiefer in die Lagune. Wird es zu warm, bringt er sie an einen kühleren Ort. Dank dieser intensiven Pflege entsteht schliesslich ein Juwel, das schon bei der Geburt perfekt ist und keiner Veredelung bedarf.
Foto: "Perlen. Von den Mythen zur modernen Perlenzucht" von David Doubilet, Schoeffel Pearl Culture
