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Der Mensch ersetzt die Natur: Die Zucht der Muscheln

Die schwarzlippige Perlmuschel lebt auf Korallen in den Lagunen Französisch Polynesiens. Zu gewissen Zeiten des Jahres sondert die Muschel Laich ab, der in den Gewässern der Lagune befruchtet wird.

Die so entstandenen kleinen Larven werden auch "Spats" genannt, ein Ausdruck, dessen Herkunft unbekannt ist, jedoch auf das Jahr 1667 zurückgeht. Wenn die Natur als Perlfarm funktioniert, bewegen sich die Larven während ungefähr einem Monat frei in der Strömung und setzen sich dann entweder auf den Korallen fest oder sterben ab, falls sie kein geeignetes Substrat gefunden haben.

Wenn jedoch der Mensch Regie führt, sammelt der Perlfarmer die Larven mittels künstlicher Kollektoren ein (siehe Foto). Diese Kollektoren bestehen meistens aus Polyäthylennetzen, welche an langen Leinen befestigt 3 bis 5 Meter tief ins Wasser gehängt werden.

Die besten Zeiten für das Festsetzen der Larven auf den Kollektoren sind die Wechsel der Jahreszeiten, besonders zu Beginn des Sommers der südlichen Hemisphäre Ende Dezember. Die jungen Austern wachsen anschliessend während mehr als drei Jahren im Wasser aufgehängt an langen Leinen. Dabei werden sie sorgfältig gepflegt und mehrmals gereinigt.

Die festgesetzten "Spats" resp. die jungen Muscheln werden nach einem Jahr eingesammelt und in Plastikkörbe umgesetzt (siehe Foto), welche an langen Leinen 5 bis 7 Meter tief ins Wasser getaucht werden. Die Lagune selber muss dabei mehr als 15 Meter tief sein. Nach einem weiteren Jahr werden die Muscheln voneinander getrennt, am Gelenk angebohrt und mit einem Nylonfaden frei an Seilen aufgehängt. Alle 3 bis 6 Monate werden die Muscheln sorgfältig gereinigt. Nun dauert es nochmals ein Jahr bis es Zeit ist, dass der Mensch die Natur ein weiteres Mal simuliert.